Projekte und Aktionen

Warum sind uns Rituale für Kinder wichtig!

Durch ständiges wiederholen der gleichen Handlung, geben Rituale gerade Kindern Sicherheit. Der Abschiedskuss bevor die Mama/Papa die Einrichtung verlässt, oder noch ein gemeinsames Spiel in der Gruppe, sind für die Kinder wichtige Rituale, die sie für den Abschied brauchen, um den Tag in der Ein-richtung zu beginnen. Aber Rituale signalisieren auch dem Kind: Gleich werde ich wieder abgeholt. Rituale strukturieren den Tagesablauf, wodurch das Kind ein Zeitgefühl bekommt. Für das Kind wird erkennbar, wenn eine Spielphase/Zeitphase zu Ende geht und eine neue Phase, z.B. die Essenszeit, beginnt. So weiß es auch darüber Bescheid was im Tagesablauf folgt und hat eine Orientierung. Rituale machen einen Ablauf vertraut und sicher. Kinder fühlen sich da wohl, wo sie Sicherheit erfahren und Vertrauen aufbauen können. Das ist die Aus-gangsbasis dafür, dass sie mit Neugierde ihre neue Umgebung erkunden und auf Enddeckungstour gehen können.

Gott in der Krippe

„…dann nahm er die Kinder in die Arme und segnete Sie.“
Religiöse Bildung von Anfang an!? Lara liegt brabbelnd auf dem Wickeltisch. Susanne beugt sich über sie. Lara lächelt, greift nach den Haaren. Susanne erwidert das Lächeln. Leise summt sie ein Lied, krault liebevoll Laras Arme, Beine, den Oberkörper. „Wunderbar sind deine Finger“, singt sie, „wunderbar sind deine Beine, wunderbar sind deine Arme, wunderbar sind deine Augen, wunderbar bist Du gemacht!“ Lara genießt augenscheinlich diesen Augenblick der Zuwendung. Das geht ihrer Erzieherin Susanne genauso. Diese Augenblicke sind das Schönste bei der Arbeit mit den Krippenkindern und es ist so etwas wie „segnen und gesegnet werden.“ War da jetzt Gott „im Spiel“? Ist das, was Lara und Susanne erlebt haben schon „Religion“? Was hat Lara da in religiöser Hinsicht erlebt und -im weiteren Sinn- gelernt? Kann ein einjähriges Kind schon Religion, bzw. Gott erleben? Ja, es kann! Nicht so, wie wir es gewohnt sind, nicht so, wie wir es kennen und vielleicht selbst in Kindergottesdiensten oder Jungschar erlebt haben. Bei Krippenkindern geht es nicht darum, Inhalte biblischer Geschichten zu kennen, sondern vielmehr darum Gott in seiner Unendlichkeit zu erleben. Durch Rituale, Lieder und einfache biblische Geschichten können Krippenkinder Liebe, Geborgenheit und Sicherheit in Gott erleben. Gott wird so zu einem unsichtbaren Freund, dem man sich anvertrauen kann, der hilft, tröstet, Mut macht und Menschen etwas zutraut. Gerade Kinder unter 3 Jahren brauchen Menschen, bei denen Sie bedingungslose Liebe und Geborgenheit erfahren – GELIEBT, WEIL GOTT MICH SO GEWOLLT HAT! In der religionspädagogischen Arbeit mit Krippenkindern geht es nicht um das nach Religion fragende Kind (Wo wohnt Gott? Wer hat mich gemacht…?), sondern um die Kinder, die von ihren Eltern zu Jesus gebracht werden, damit er sie herzt, umarmt und segnet (Markus 10, 13-16). Besonders Krippenkinder brauchen Menschen, die Ihnen Vertrauen, Achtsamkeit und Liebe entgegenbringen und Sie von Anfang an spüren lassen, dass Sie wunderbare Wesen, von Gott geliebt, einmalig und unverwechselbar sind. Wie erkenne ich, wer ich bin – wie Gott mich gewollt hat? „Durch dich erfahre ich, wer ich bin. In deinen Augen sehe ich mich widergespiegelt. Aus deiner Stimme höre ich, wie du mich siehst. Du bist der Spiegel, in den ich blicke und der das Bild meiner Selbst formt, wie Gotte es gewollt hat. Ich spüre, wie du mich hältst und durch deine Berührungen fühle ich mich. Und wenn mir gefällt, was ich sehe, in deinen Augen, in deiner Stimme, in deiner Berührung, antwortet mein Herz und öffnet sich. Und während es sich immer weiter öffnet, wächst es und wächst es bis ich mich als eigenständig erkenne. Dieses eigenständige „ICH“ kann dir die Liebe erwidern. Weil du mich gelehrt hast, wer ich bin und dass ich geliebt werde.“